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Einen schönen Gruss an Tessa - sie hat mich so geschimpft, dass ich
keine neue Episode mehr gemacht habe, dass ich sofort eine aufgenommen
habe!
Anna lebt in Berlin und würde gerne eine Zeitung lesen. Sie hat mich
gefragt, welche deutschen Zeitungen es auf dem Markt gibt. Natürlich
kann ich Euch nicht alle Zeitungen vorstellen, aber ich hoffe, dass
ich die wichtigsten nennen kann und ihre Unterschiede.
Zunächst einmal gibt es einen Unterschied in der deutschen Sprache
zwischen Zeitung und Zeitschrift. Eine Zeitschrift ist ein Magazin,
also ein kleines, buntes Heft. Meistens erscheint es nur ein Mal pro
Woche oder pro Monat. Eine Zeitung ist viel größer und kann auch
täglich erscheinen.
Ich spreche erst einmal über die Zeitungen. Da gibt es einen
Unterschied: Es gibt regionale und überregionale Zeitungen. Regionale
Zeitungen erscheinen in einem kleinen Gebiet, sie berichten
hauptsächlich über dieses Gebiet. Also zum Beispiel gibt es das
Göttinger Tageblatt oder die Berliner Morgenpost. In diesen Zeitungen
kann man viele Informationen lesen über Göttingen oder Berlin. Das ist
für Menschen, die dort leben, sehr interessant. Für mich in München
allerdings bringt das wenig. Außerdem gibt es die meisten dieser
Zeitungen nur in der jeweiligen Region zu kaufen.
Mich interessieren überregionale Zeitungen, also Zeitungen, in denen
viele Nachrichten aus aller Welt stehen. Diese Zeitungen gibt es in
ganz Deutschland zu kaufen. Man kauft Zeitungen entweder am Kiosk oder
im Supermarkt, oder auch an Tankstellen. Und es gibt stumme Verkäufer,
also Zeitungsautomaten, wie ich in Folge 13 erklärt habe.
Die wohl bekannteste überregionale Zeitung in Deutschland ist die
Bild-Zeitung. Sie ist eine Boulevardzeitung. Im englischen Raum nennt
man das Yellow Press. Sie kostet nicht viel, ist dünn und schnell auf
dem Weg zur Arbeit durchgeblättert. Die Bild-Zeitung gibt es seit 1952
und sie ist die Zeitung mit der größten Auflage in ganz Europa. 3,3
Millionen Exemplare werden von ihr jeden Tag gedruckt. Oft geht es
hier um Skandale von Prominenten oder ähnliches. Im gleichen Verlag,
dem berühmten Axel-Springer-Verlag, erscheint auch die Welt.
Mehr Niveau hat die Süddeutsche Zeitung. Sie wird in München
hergestellt und existiert seit 1945. Jede Zeitung ist in verschiedene
Ressorts unterteilt, so auch die SZ. Es gibt die Nachrichten, den
Sport-Teil, das Feuilleton, also die Kultur, einen Serviceteil mit
Hinweisen auf Kulturveranstaltungen und ähnlichem und natürlich auch
den Wirtschaftsteil mit aktuellen Börsenkursen. Die Süddeutsche
Zeitung gilt als politisch linksliberal und kritisch.
Sehr bekannt ist auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung, deren
Berichterstattung eher konservativ ist. Besonders ist dagegen die taz
aus Berlin. Die Abkürzung taz steht für "Tageszeitung". Von ihr werden
nur rund 50.000 Exemplare gedruckt. Sie ist etwas kleiner als andere
Tageszeitungen und gilt als politisch links-alternativ.
Was die Zeitschriften angeht, also die Magazine, so gibt es vor allem
drei, die in Deutschland eine Rolle spielen. Der Spiegel erscheint
jeden Montag. Er wurde 1947 gegründet. Seine Journalisten sind sehr
angesehen, und die Schwerpunkte Politik, Wirtschaft und Wissenschaft
sind fundiert recherchiert. Der Stern ist etwas bunter, hier geht es
oft auch um Fotostrecken oder weniger brisante und intellektuelle
Themen. Relativ neu dazugekommen ist 1993 der Focus. Er sollte eine
Konkurrenz zum Spiegel sein und ist weitaus konservativer. Nach wie
vor lesen mehr Deutsche den Spiegel als den Focus.
So, das waren natürlich nicht alle deutschen Zeitungen. Es gibt auch
noch die Frankfurter Rundschau und die sehr gute, einmal in der Woche
am Donnerstag erscheinende "Zeit", die ich sehr empfehlen kann. Aber
ich glaube, Ihr habt einen guten Überblick bekommen. Übrigens gibt es
in großen Städten nochmal eigene Regionalzeitungen, wie vorher
angedeutet. In München zum Beispiel gibt es die tz, die Abendzeitung
und den Münchner Merkur. Jede Zeitung hat ihre eigene Ausrichtung, und
daher kann man an den Lesern jeweils ungefähr abschätzen, welche
politische oder gesellschaftliche Ausrichtung sie haben.
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Die heutige Folge:
Heute möchte ich Euch etwas über Kinderlieder erzählen, denn ich weiß, dass viele meiner Hörer Eltern sind und selber kleine Kinder haben. Es gibt eine Menge Lieder, und später werde ich Euch auch einige vorsingen lassen. Meine Podcast-Kolleginnen Rickie und Tina haben extra ein Medley eingesungen.
Die meisten Kinderlieder in Deutschland stammen aus dem 19. Jahrhundert. Manche Autoren haben bis zu 500 Texte für Kinderlieder geschrieben. Kinderlieder werden Kindern vor allem von den Eltern vorgesungen. Kinder lernen durch die Musik und den Text viel Neues dazu. Die ständigen Wiederholungen mancher Zeilen machen ihnen Spaß. Und für viele Kinderlieder gibt es auch Handbewegungen oder ähnliches. Jedes Kind in Deutschland kenn das Lied "Hoppe, hoppe, Reiter". Da sitzt das Kind auf dem Knie eines Erwachsenen, als wäre es ein Reiter auf einem Pferd. An einer Stelle im Lied fällt der Reiter aber vom Pferd hinunter - der Erwachsene simuliert das mit dem Kind, hält es dabei aber natürlich fest, damit es sich nicht verletzt. Für Kinder ist das ein großer Spaß.
Auch im Kindergarten oder in der Grundschule werden die alten Lieder immer wieder gesungen. Die Lieder haben mehrere Strophen, und ich muss gestehen, dass ich meistens nur noch die erste auswendig kann - wenn überhaupt. Das einfachste Kinderlied ist wohl "Alle meine Entchen", das man auch sehr leicht auf dem Klavier spielen kann. Dann gibt es noch "Hänschen Klein", "Ein Vogel wollte Hochzeit machen", "Alle Vögel sind schon da" oder "Kommt ein Vogel geflogen" oder "Häschen in der Grube". Ihr merkt schon - in vielen Liedern geht es um Tiere und um die Natur.
Oft merkt man aber, dass die Lieder schon sehr alt sind. So beginnt ein Lied mit der Zeile "es klappert die Mühle am rauschenden Bach, klipp-klapp". Kinder in unserer heutigen Welt werden nicht wissen, was eine Mühle ist - dass dort früher Mehl gemahlen wurde und es einen Müller gab. Viele Lieder widmen sich besonderen Anlässen. "Ich geh mit meiner Laterne" singen die Kinder im Herbst, am St. Martinstag. Ich werde Euch bald davon erzählen.
Wichtig sind vor allem auch die Schlaflieder, also Lieder, die man Kindern vorsingt, wenn sie schon im Bett liegen und einschlafen sollen. Das sind beruhigende, schöne Lieder. Das bekannteste ist bestimmt "Schlaf, Kindlein, schlaf" oder "Weißt Du, wie viel sternlein stehen". Einen Link zu einer guten Internetseite mit deutschen Kinderliedern und dem Text dazu stelle ich Euch auf meine Seite slowgerman.com. Oder Ihr schaut jetzt auf Euren iPod und drückt auf die mittlere Taste, bis der Text kommt. Am Ende des Textes steht der Link.
http://www.spiellieder.de/kinderlied-standards/kinderlied-standards.htm
Jetzt hören wir aber Rickie und Tina mit ihrem Kinderliedermedley. Die beiden wohnen hier in München und sind professionelle Sängerinnen. Sie machen auch einen Podcast, er heißt "Chicks on Tour".
XXX
Zum Schluss noch eine Empfehlung von meinem Hörer Jaume aus Brasilien. Er empfiehlt das Magazin "Deutsch Perfekt" (www.deutsch-perfekt.com), den Link findet Ihr auf meiner Homepage.

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Die heutige Folge:
Ich wurde gebeten, über Religion zu sprechen. Religion in Deutschland. Wie so oft muss man bei diesem Thema unterscheiden zwischen Ostdeutschland und Westdeutschland. Denn in Ostdeutschland, also in der ehemaligen DDR, hatte die Regierung eine antikirchliche Haltung. Daher sind noch heute 68 Prozent der Ostdeutschen nicht religiös. Genauer gesagt: Sie gehören keiner Kirche an. Ob sie für sich einen Glauben haben, ist schwer zu erforschen. In Westdeutschland sieht diese Zahl ganz anders aus: Hier sind es nur 15 Prozent, die keiner Religionsgemeinschaft angehören. Ich gehöre dazu.
Die meisten Deutschen sind Christen. Ein Drittel der Deutschen sind Katholiken, ein Drittel sind evangelisch, also Protestanten. Der Rest gehört zu keiner dieser Gemeinschaften. Man kann eine regionale Unterteilung erkennen: Der Norden von Deutschland ist eher protestantisch, der Süden katholisch.
Natürlich gibt es noch andere Konfessionen in Deutschland, es gibt Juden oder orthodoxe Christen, Baptisten und Zeugen Jehovas, allerdings ist ihre Zahl sehr klein. Nach den Katholiken und Protestanten gibt es vor allem Muslime in Deutschland, sie machen vier Prozent der Bevölkerung aus. Das kommt daher, weil in den 60er-Jahren viele Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland kamen und hier geblieben sind.
Die christlichen Kirchen in Deutschland haben große Sorgen. Immer mehr Menschen treten aus der Kirche aus, das heißt sie wollen offiziell nicht mehr zu dieser Religionsgemeinschaft gehören. Das bringt nicht nur spirituelle Probleme für die Kirche, sondern auch finanzielle. Denn jeder Gläubige in Deutschland zahlt die so genannte Kirchensteuer. Sie wird vom Staat mit den anderen Steuern eingezogen und an die Kirchen weitergegeben. Von diesem Geld werden vor allem soziale Einrichtungen finanziert, wie kirchliche Kindergärten, Altenheime und andere Betreuungsangebote. Je mehr Menschen aus der Kirche austreten, desto weniger Menschen zahlen Kirchensteuer.
Wichtig ist der Kirchenbesuch für die meisten Christen an Weihnachten oder Ostern. Hier wird dann das jeweilige Fest groß gefeiert. Die wenigsten Deutschen aber gehen jeden Sonntag in die Kirche.
In einer katholischen Stadt wie München ist die Kirche allgegenwärtig. Das bedeutet, sie ist überall. Vor allem in der Altstadt stehen zahlreiche katholische Kirchen, alte Bauwerke, die sehr prunkvoll sind. Auch das Wahrzeichen von München, die Frauenkirche, ist eine Kirche mit zwei Türmen. Zur vollen Stunde hört man überall Kirchenglocken läuten. Für mich ist das ein schöner Klang, obwohl ich nicht gläubig bin. Die Religion ist zwar seit 1919 in der deutschen Verfassung vom Staat getrennt worden, sie spielt aber immer wieder eine Rolle. Zum Beispiel gibt es viele religiöse Feiertage in Deutschland, wie zum Beispiel Allerheiligen, von dem ich Euch ja schon erzählt habe.
In vielen Gerichtssälen und Schulen hängen Kreuze an der Wand. Das löste vor einigen Jahren den so genannten Kruzifix-Beschluss aus. Wenn sich ein Kind in seinem Klassenzimmer von dem Kreuz gestört fühlt, muss das Kreuz entfernt werden. Einen weiteren Streit vor Gericht gab es darüber, ob Lehrer und Schüler in der Schule Kopftücher tragen dürfen, also ein deutliches Zeichen ihrer muslimischen Religion.
In der Schule gibt es zudem Religionsunterricht, der Pflicht für alle Schüler ist. Wer nicht in den katholischen oder evangelischen Unterricht gehen möchte, der geht stattdessen heute in einen Ethikunterricht.
Heute mal Musik von Kat-Musik, http://www.kat-musik.de/, der Song heißt Kopf Kino. Gefunden im Podsafe Music Network.

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Die heutige Folge:
Dorothy aus Peking hat mich gefragt, wie man das "R" im Deutschen richtig ausspricht. Es ist schwer, das zu erklären. Ich versuche es trotzdem.
Im Süden Deutschlands spricht man das "R" gerollt aus. Es klingt dann so wie in der spanischen oder italienischen Sprache. Dabei legt man die Zungenspitze an die Zähne und stößt Luft aus - so dass die Zunge leicht vibriert. Ich selber kann Euch das leider nicht vormachen - meine Mutter ist zwar aus Bayern und kann das "R" rollen, aber ich bin nicht in Bayern aufgewachsen und habe es daher nicht gelernt.
Im Norden Deutschlands und vor allem im Hochdeutschen spricht man das "R" anders aus. Hier wird es zwar auch gerollt, aber weiter hinten, fast schon im Hals. So spreche ich es auch aus: RRRRRRRR. Das ist auch das R, wie es im Französischen ausgesprochen wird.
Wenn Ihr also eine perfekte deutsche Aussprache haben wollt, müsst Ihr dieses zweite R lernen. Aber auch wenn Ihr das R rollt, wird Euch jeder verstehen - und vielleicht denken, Ihr wärt aus Bayern.
Den Unterschied beider Varianten möchte ich Euch noch demonstrieren. Dafür habe ich mir Verstärkung geholt. Ein Freund von mir, Hartmut, kann beide Varianten aussprechen. Ich habe ihn einige Wörter sagen lassen, und das hört Ihr jetzt:
XXX
Musik habe ich Euch heute extra passend zum Thema herausgesucht. Denn das Elisabeth Lohninger Quartett lässt beim Lied “Ob ich dich liebe” ganz schön das R rollen! Gefunden habe ich es beim Podsafe Music Network.

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Die heutige Folge:
Ralph ist Kanadier in der ersten Generation, das heißt seine Eltern kamen aus Deutschland nach Kanada und er ist dort aufgewachsen. Ihn interessiert, wie das in Deutschland mit der Fahrschule funktioniert und mit den Autobahnen.
Wir fangen an mit der deutschen Autobahn, die ja weltweit bekannt ist. Die erste offizielle Autobahn wurde 1932 eingeweiht. Die meisten Amerikaner sind enttäuscht, wenn sie das erste Mal eine Autobahn sehen. Denn verglichen mit den Freeways oder den großen, zehnspurigen Straßen in Los Angeles sind Autobahnen eher winzig.
Eine Autobahn ist eine Straße in beide Richtungen. Jede Richtung hat mindestens zwei Spuren. In der Mitte sind die beiden Richtungen getrennt, entweder durch Betonmauern oder durch Leitplanken aus Stahl. Wenn ein Auto übrigens trotzdem auf der falschen Seite in die falsche Richtung fährt, meistens geschieht das aus Absicht als Mutprobe, oder als Selbstmordversuch, manchmal sind es aber auch einfach verwirrte Menschen, dann nennt man diese Fahrer Geisterfahrer. Autobahnen sind meistens so konstruiert, dass man weder enge Kurven hat noch große Höhenunterschiede, sofern sich das machen ließ. Wenn zu viel los ist, vor allem in der Urlaubszeit, dann ist Stau auf der Autobahn. Dann stehen die Autos mehr als dass sie fahren.
Auf einer Autobahn gibt es eine Mindestgeschwindigkeit. Man muss also mindestens ein Fahrzeug haben, das 60 Kilometer pro Stunde oder schneller fahren kann. Radfahrer dürfen also selbstverständlich nicht auf die Autobahn, kleine Vesparoller oder ähnliches auch nicht. Ursprünglich hatte die Autobahn kaum eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Man durfte also so schnell fahren, wie man wollte. Mittlerweile hat sich das an vielen Stellen geändert, die Geschwindigkeit ist dort festgelegt und man darf nicht schneller als zum Beispiel 120 km/h fahren. Grund für die Begrenzung ist die Sicherheit – wenn ein Auto 210 fährt und das andere 100, dann kann es leichter zu Unfällen kommen als wenn beide ungefähr gleich schnell – oder langsam – fahren. Ein Drittel des deutschen Verkehrs läuft über die Autobahn. Hier sind auch die meisten Lastwagen unterwegs. Sie müssen bezahlen, um auf der Autobahn fahren zu dürfen. Selten hat eine Autobahn mehr als drei Spuren.
Da die Autobahn auch viel für den Fernverkehr genutzt wird, also für Menschen, die weite Strecken zurücklegen müssen, gibt es Raststätten. Man fährt also kurz neben die Autobahn um etwas zu Essen oder zu Tanken. Es gibt sogar Autobahnkirchen. Und wisst Ihr, was der Bau einer Autobahn kostet? Pro Kilometer 26,8 Millionen Euro. Am teuersten ist die Planung, die normalerweise rund 20 Jahre lang dauert. Dann braucht man Ingenieure, die mithelfen und beraten, und der Bau selbst kostet 6,7 Millionen Euro. Wenn Ihr mal in Deutschland seid und Ihr sucht eine Autobahn, sucht nach blauen Schildern mit weißer Schrift.
Zum Schluss wie immer ein wenig Musik, diesmal der Gema-Song von den Reeperboys.