
Published: 9 months ago
Duration: 05:17
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Schmutzige Unterhosen, dreckige Hemden und stinkende Socken werden mit ein bisschen Waschmittel in die Waschmaschine getan. Und schon sind sie mehr als sauber – sie sind rein. Das verspricht jedenfalls die Werbung.Die schon etwas in die Jahre gekommenen Deutschen werden sich mit Sicherheit an jene freundlich-resolut dreinschauende rundliche Person in Latzhosen mit dem Namen Clementine erinnern. Sie war so etwas wie das Gewissen der Nation – was Sauberkeit betraf. In der Waschmittelwerbung versteht sich. Nicht im richtigen Leben. Oder vielleicht doch? Wer weiß das so genau.
Mehr als nur sauber
Clementine also pries ihr Waschmittel in Funk und Fernsehen mit den unvergessenen Worten: "Wenn’s so sauber wie gekocht sein soll." Denn das Wunderpulver bewirkte angeblich schon bei 60 Grad Celsius Unglaubliches. Es wusch – und Clementine ließ daran nicht den Hauch eines Zweifels – "nicht nur sauber, sondern rein." Jawohl. Rein!
Sauber bedeutet zunächst einmal Folgendes: frei von Schmutz beziehungsweise Verunreinigungen sein. Also saubere Wäsche, sauberes Wasser, saubere Hände und so weiter und so fort. Aber saubere Wäsche ist ja nichts Besonderes. Rein muss sie sein. Auch reines Wasser klingt irgendwie nach mehr als nur sauber. Aber das alte Wort sauber, das vom lateinischen "sobrius" abstammt, bezeichnet ohnehin alles, was makellos und rein ist.
Vom Boden essen
Durchaus auch im übertragenen Sinn. Kleines Beispiel: ein sauberer Charakter. Sauber und Sauberkeit sind, so möchte man meinen, von geradezu lebens – ja überlebenswichtiger Bedeutung. Zahllose Schwiegertöchter zitterten und zittern, wenn sich die Schwiegermutter zum Besuch ankündigt!
Da wird geputzt, geschrubbt und gewienert, was das Zeug hält. Denn nur eine Schwiegertochter, bei der alles blinkt und blitzsauber ist, findet Gnade vor der Mutter ihres Mannes. Die schwachsinnige Redensart, "da kann man vom Boden essen" ist Ausdruck höchstmöglicher schwiegermütterlicher Anerkennung. Allerdings hat man selbst in den saubersten Haushalten noch niemanden, geschweige denn eine Schwiegermutter, vom Boden essen sehen. Schade eigentlich. Umsonst geputzt.
Im Reich der Sauberkeit
Wo Sauberkeit und Ordnung herrschen, man beachte: es heißt "herrschen", da mag sich so etwas einschleichen, was schließlich zum Sauberkeitswahn oder Sauberkeitsfimmel führt, also jenem zwanghaften Drang zur Sauberkeit und zum Saubermachen, wenn schon alles sauber ist. Wie das schaffen!
Aber da gibt es in den Plastikflaschen die hilfreichen Saubermänner, von denen Meister Propper wahrscheinlich der Bekannteste ist. Verschmitzt grinst der glatzköpfige Muskelprotz mit aufgekrempelten Ärmeln aus dem Regal. In Frankreich als Monsieur Propre und in Spanien als Don Limpio. Dieser flüssige Hausfreund macht es den Frauen so sauber, dass sie sich sogar drin spiegeln können! "Sauber!" kann man da nur sagen, denn sauber ist auch Ausdruck verblüffter Anerkennung. "Saubere Arbeit! Gut gemacht, alter Junge!" So spricht man Lob aus von Kumpel zu Kumpel.
Nicht ganz sauber
Klar, dass der alte Junge ein sauberer Typ ist. Ein prima Kerl, auf den man sich verlassen kann. Im Gegensatz dazu einer, der eben nicht sauber oder zumindest nicht ganz sauber ist. Eine zwielichtige Figur. Einer der möglicherweise in unsaubere Geschäfte verwickelt ist. Der redensartliche Ausdruck "der – oder die – ist nicht ganz sauber", heißt, jemandem unterstellen, er - oder sie - sei nicht ganz richtig im Kopf.
Nun haben wir immer von sauber geredet; es gibt aber außer dem Adjektiv auch verbale und nominale Formen unseres Stichworts. Wer sich wäscht, der säubert sich, wer die Fenster putzt, säubert sie. Da sind wir wieder bei der Sauberkeit. Ein weiteres Substantiv, dem sauber zugrunde liegt, ist Säuberung. Eine Säuberung kann ein völlig harmloser Vorgang sein. Zum Beispiel gerade jetzt im Frühjahr die Säuberung des Planschbeckens für die Kinder im Garten. Böse wird es allerdings wenn die Säuberung zur Säuberungswelle wird oder zur ethnischen Säuberung; wenn in totalitären Systemen die politischen Gegner beziehungsweise ethnischen Minderheiten systematisch verfolgt und umgebracht werden. Die Geschichte dieser grässlichen Säuberungen ist lang. Ein Ende ist nicht abzusehen.
Saubere Kriege?
Da kann man doch froh sein, dass es wenigstens saubere Bomben und saubere Kriege gibt. Das ist doch dann ein rechter Trost für alle, die ihre Freunde, Brüder, Schwestern, Männer, Frauen, Freundinnen und Freunde, Kinder und Geliebten trotzdem im Krieg verlieren. In welchem auch immer.
Fragen zum Text
Wenn es irgendwo sehr sauber ist, kann man sagen:
1. "Hier könnte man vom Boden essen."
2. "Hier wächst kein Gras mehr."
3. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein."
Wenn jemand nicht ganz sauber im Kopf ist, dann …
1. hat er/sie ungewaschene Haare.
2. ist er/sie nicht ganz richtig im Kopf.
3. putzt er/sie sich nur selten die Zähne.
Wenn jemand putzt, obwohl schon alles sauber ist, dann …
1. ist er/sie ein Dreckspatz.
2. hat er/sie einen Sauberkeitsfimmel.
3. hat er/sie Angst vor der Schwiegermutter.
Arbeitsauftrag
Bilden Sie mit den folgenden Wörtern jeweils zwei Sätze: sauber, rein, putzen, waschen, die Sauberkeit und der Schmutz.

Published: 9 months ago
Duration: 05:37
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Eine Minute kann sehr lange dauern. Sie kann auch schnell vorbei gehen. Es kommt darauf an, was man in der Zeit tut. Während der langweiligen Besprechung steht die Zeit still. Ein guter Kuss kann nicht lang genug dauern.Nun hat es aber wirklich lange genug gedauert! Oder? Dauernd kalt, dauernd schlechtes Wetter, andauernd Nachtfrost. Ja, dieser Winter dauerte lange. War hartnäckig. Aber jetzt, man mag es kaum glauben, scheint sich der Frühling zu melden, wird es milder und alle – oder fast alle – atmen auf.
Dauerbrenner
"Dauer" heißt diese Woche das Stichwort; und wir fügen gleich hinzu, dass auch das Verb "dauern" und das Adjektiv "dauerhaft" Erwähnung finden werden. Nun sind ja während dieses Winters – insgesamt stetig – die Preise fürs Öl gestiegen, also auch fürs Heizöl. So mancher hat sich da an die guten alten Öfen erinnert, die mit Briketts oder Kohlen befeuert wurden.
Was das mit unserem Stichwort zu tun hat? Nun, solche Öfen wurden Dauerbrenner genannt, aufgrund der langen Brenndauer ihrer Brennstoffe. Mit der Verbreitung der Zentralheizung verloren diese Öfen an Bedeutung; der Begriff aber ist geblieben. Im übertragenen Sinn erweist sich etwas als Dauerbrenner, was sich als dauerhaft erfolgreich erwiesen hat. Zum Beispiel ganz bestimmte Musikstücke. Bücher. Die Bestseller. Im Bereich der Automobiltechnik war der VW Käfer ein Dauerbrenner. In Frankreich der Renault 4CV und der unvergessene Citroen 2CV. Aber auch ein Problem, ein Thema, das immer wieder Anlass zu Diskussionen liefert, ist ein Dauerbrenner.
Dauerlutscher
Wesentlich interessanter: Ein Kuss, der eine Ewigkeit und noch ein bisschen länger dauert, wird gelegentlich immer noch als Dauerbrenner bezeichnet. Er gehörte so ab den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts – mein Gott wie sich das anhört - zum Wortschatz der Teenies.
Natürlich nicht nur zum Wortschatz. Da die jungen Leute Umfragen zu Folge sich immer mehr auf klassische Werte besinnen, könnte ja auch ihr Wortschatz wieder zu Ausdrücken finden, die derzeit noch als retro gelten. Denn wenn im Jargon ein Six-Pack Bier "Herrenhandtäschchen" heißt, weshalb sollte dann der Dauerbrenner nicht auch sprachlich wieder zu Ehren kommen.
Die Zeit anhalten
Jetzt aber der obligatorische Blick ins Wörterbuch. Im DUDEN finden wir eine wunderbare Definition für dauern: "Eine bestimmte Dauer haben, eine bestimmte, unbegrenzte Zeit währen, anhalten." Was heißt das? Man kann sagen, dauern bezeichnet den zeitlichen Ablauf eines Vorgangs, eines Geschehens.
Wie immer helfen zu Erklärung dürrer Definitionen Beispiele. "Das 60 Grad Waschprogramm dauert eineinhalb Stunden." Zweites Beispiel: "Die Dienstbesprechung dauerte eineinhalb Stunden." Und Beispiel drei: "Sie trafen sich für die Dauer von eineinhalb Stunden in der Nähe des Bahnhofs. Ein kurzes, heftiges Wiedersehen. Eineinhalb Stunden Glück und Schmerz und Traurigkeit; alles zugleich."
Zeitempfinden
Dreimal dauern, dreimal die gleiche Zeitdauer, aber dreimal höchst unterschiedliches Dauern, wenn man es auf die menschliche Wahrnehmung und Empfindung bezieht. Wie lange das Waschprogramm dauert, ist uns letztlich egal.
Wenn wir aber an einer sturzlangweiligen Besprechung teilnehmen müssen, schauen wir alle paar Minuten verstohlen auf die Uhr. Eineinhalb Stunden scheinen die Vorstufe zur Ewigkeit zu sein. Unseren Liebenden auf der Durchreise sind eineinhalb Stunden hingegen ein Wimpernschlag, ein Augenblick: "Verweile doch! Du bist so schön!"
Dauernd dauern
Der Bedeutungsumfang von Dauer beziehungsweise dauern ist je nach Kontext und/oder den zahlreichen mit Dauer gebildeten Substantiven wahrlich weit gespannt. Von A bis Z lassen sich diese Komposita durchbuchstabieren. Was für einen Klang hat in diesen Tagen das Wort Dauerarbeitslosigkeit. Oder Dauerbelastung. Vom Dauerfrost haben wir schon gesprochen.
Die Anmutung, also das, was wir beim Hören oder Lesen eines Wortes empfinden und mit ihm verbinden, ist natürlich von Person zu Person unterschiedlich, aber dennoch werden die meisten von uns die genannten Begriffe als negativ empfinden. Wogegen Worte wie Dauermieter, Dauerwurst oder Dauerzustand uns nicht unbedingt gefühlsmäßig berühren.
Für immer
Ganz ähnlich ist es mit dem Adjektiv dauerhaft. Bei dauerhafter Erwerbslosigkeit werden wir, wenn wir nicht ganz aus Stein sind, schon ein bisschen Wirkung zeigen, auch wenn sie uns nicht persönlich betrifft.
Am anderen Ende der Skala, dem positiven, finden wir dauerhaft in seiner schönsten Verbindung; der dauerhaften Liebe. Sie ist in ihrer Dauerhaftigkeit – kein schönes Wort in diesem Zusammenhang, aber als dem Stichwort zuträgliches erlaubt – die Gewähr, dass sie alles überdauert und übersteht, was die Liebenden gefährdet.
Sommerliebe
Überhaupt. Die Liebe. Sie kann nicht lange genug dauern. Im Gegensatz zum Winter.
Fragen zum Text
Wenn etwas dauerhaft erfolgreich ist, nennt man es …
1. Dauerlutscher.
2. Dauerbrenner.
3. Feuerlöscher.
Eine langweilige Besprechung scheint …
1. ewig zu dauern.
2. schnell vorbei zu gehen.
3. nur sehr kurz zu dauern.
Der Winter … drei Monate.
1. dauerhaft
2. dauernd
3. dauert
Arbeitsauftrag
Wenn man auf etwas wartet, scheint die Zeit still zu stehen. Doch die Zeit verfliegt nur so, wenn man etwas Schönes erlebt. Schreiben Sie ein Erlebnis auf, bei dem die Zeit einfach nicht vergangen ist, und eines, bei dem die Zeit sehr schnell vergangen ist.

Published: 9 months ago
Duration: 05:00
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Hacke ist nicht gleich Hacke, Gartengerät nicht gleich Ferse. Und auf was man erst so alles hacken kann. Wir hacken etwa gerne auf unseren Politikern herum – aber natürlich nur im metaphorischen Sinn, oder?!"Hacke" heißt das Stichwort der Woche. Die Hacke, so wissen nicht nur die Klein- und Hobbygärtner, die Bauern oder Agrarökonomen – wie sie neuerdings heißen – die Hacke also ist ein unentbehrliches Gerät zur Bearbeitung des Bodens. Vor allem im Frühjahr.
Es hackt!
Aber Hacke ist keineswegs gleich Hacke und richtiges Hacken, die Tätigkeit, die mit der Hacke ausgeübt wird, will gelernt sein. Allerdings war es nicht der Frühling, der nun wirklich und endgültig in der Luft liegt, auch nicht die derzeit so zahlreich ins Haus flatternden Prospekte der Gartencenter, die uns auf die Idee brachten, "Hacke" als Stichwort zu nehmen. Nein, es waren vielmehr zwei Damen in einem Heidelberger Linienbus, die sich lebhaft über Politik unterhielten. Wir lassen sie später zu Wort kommen.
Zunächst schauen wir in Gärtner Pötschkes "Großem Gartenbuch" unter dem Stichwort "Hacken" nach und finden sinngemäß Folgendes: Das Hacken dient vor allem der Lüftung und Lockerung des Bodens. Bei Pötschkes Kollegin Gisela Keil lesen wir ergänzend, dass Hacken die Krümelstruktur der Erde erhält und sie so vor Austrocknung bewahrt.
Was es nicht alles für Hacken gibt
Alle Gärtnerinnen und Gärtner wissen, dass zum richtigen Hacken die richtige Hacke verwendet werden sollte; als da sind: die Bügelzughacke, die Herzhacke, die Rübenhacke. Es gibt noch mehr. Lockern, Lüften, Zerkleinern. Das bewirkt Hacken.
Deshalb heißt auch – wir gehen vom Garten in die Küche und/oder eine Metzgerei – gehacktes, also zerkleinertes Fleisch Hackfleisch. Gehacktes, Hackepeter oder einfach Hack wurde früher mit dem großen Hackmesser auf der Hackbank vom Fleischhacker hergestellt. Heute geht das maschinell. Im Fleischwolf.
Und dann ist da noch der Fuß ...
Bevor wir weitermachen, ein kleiner Zwischenschritt, den wir nicht auslassen dürfen: Die Hacke beziehungsweise die Hacken, sind auch Bezeichnungen für die Ferse am Fuß und den Absatz am Schuh. "Sich die Hacken ablaufen", das heißt viele Wege machen müssen, um etwas zu erreichen, um zum Ziel zu gelangen.Weshalb die Hacke "Hacke" heißt? Nun ja, vielleicht wegen der Form, welche der Fuß mit dem Schienbein zusammen gesehen ergibt. Aber das ist nichts weiter als eine Mutmaßung und deshalb mit Vorsicht zu genießen. Sicher dagegen ist dies: Angenommen, Sie wollen an einer zugefrorenen Pfütze ausprobieren, wie fest die Eisschicht ist. Mit welchem Teil des natürlich beschuhten Fußes würden Sie probieren, das Eis aufzuhacken? Eben. Mit der Hacke.Vorsicht Hacker!Der Hacker, der den Computercode durchbricht, wendet andere, jedoch in übertragenem Sinn ebenso durchschlagende Mittel an und hackt gefährliche Löcher ins System. "Der Hacker" – was ist das eigentlich? Ein Substantiv, klar. Aber was für eins? Ein Verbalsubstantiv. Auch das wissen wir.Nur: Ist es das Wort für eine Berufsbezeichnung? Ist es ein Ausdruck unter vielen anderen für eine illegale Tätigkeit? So wie "Einbrecher" oder "Räuber"? Das Wörterbuch macht es sich leicht. "Hacker", steht da, "jemand, der unerlaubt in fremde Computersysteme eindringt." In Ordnung. Lassen wir es damit gut sein und wenden uns den Damen im Linienbus zu.Sind Politiker etwa Hühner?In breitem und so auch in diesem Falle stets unüberhörbarem Kurpfälzisch, wir geben die hochdeutsche Übertragung wieder, wandte sich die eine zu ihrer Sitznachbarin: "Die sollen endlich etwas Gescheites machen, anstatt immer nur aufeinander herumzuhacken!" Kleiner Einschub aus dem Lexikon: "Auf jemandem herumhacken: an ihm dauernd etwas auszusetzen haben."Zurück in den Bus: Mit "Die" waren die Politiker gemeint; und zwar alle; mit "herumhacken" jenes Verhalten, das sehr schön im Hühnerhof beobachtet werden kann. Nämlich: Die stärkere Henne hackt den schwächeren auf dem Kopf herum. Bis die Hühner allerdings herausgefunden haben, wer denn nun das stärkste ist, muss aufeinander herumgehackt werden. Dann ist die Hackordnung hergestellt.
Ordentlich gehackt!
Das in der Hackordnung zum höchsten aufgestiegene Tier wird als "Alphatier" bezeichnet. Selbstverständlich kann dieses auch männlichen Geschlechts sein. Beispielsweise ein Gockel – um im Tierreich zu bleiben. Aber Schluss jetzt. Gehen wir in den Garten und machen was Gescheites. Die Erde lockern. Damit etwas wächst.
Fragen zum Text
Wer oder was ist Hackepeter?
1. ein Gärtner, der den Boden lockert
2. eine Blase an der Ferse
3. zerkleinertes Fleisch
Jemand, der viele Wege machen muss, um sein Ziel zu erreichen, …
1. läuft sich die Hacken ab.
2. geht zum Hacken in den Garten.
3. fühlt sich zerhackt.
Das höchste Tier in der Hackordnung ist das …
1. Alphatier.
2. Raubtier.
3. Untier.
Arbeitsauftrag
Die Hacke zum Umgraben und die Hacke an der Ferse – ein Wort, zwei Bedeutungen. Finden Sie weitere Wörter mit zwei oder mehr Bedeutungen. Sie können auch das Spiel "Teekesselchen" spielen, indem zwei Kursteilnehmer abwechselnd jeweils eine Bedeutung eines solchen Wortes erklären, und die übrigen versuchen, das Wort zu erraten.

Published: 10 months ago
Duration: 05:14
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Menschen wünschen sich erfahrungsgemäß vieles, Schokolade zum Beispiel oder ein neues Auto. Meist jedoch sind es die elementaren Dinge im Leben, nach denen man sich sehnt: Frieden, Liebe – oder besseres Wetter.Wollmützen, Handschuhe, dicke Socken, Wintermantel und Schal – dabei hat der meteorologische Frühling längst begonnen. Selbst Freunde der kalten Jahreszeit werden so langsam ein bisschen unleidig. Es sollte jetzt vorbei sein mit dem Winter. Die Menschen wünschen sich wärmende Sonnenstrahlen herbei, sehnen sich nach dem Frühjahr. Die Wörter "wünschen" und "sehnen" sind nahe beieinander, wie Nachbarn. Das gilt für die Verben, aber auch für die Substantive: "das Wünschen" und "das Sehnen". Unser Stichwort ist aber nur eines der Beiden, nämlich "sehnen".
Wenn es nur anders wäre, als es ist!
Das Wort ist Ausdruck für starkes gefühlsmäßiges Verlangen. Gleichzeitig beinhaltet es den Wunsch nach Veränderung. Diese kann sich auf Raum und Zeit, auf die unmittelbaren Lebensumstände beziehen und auf das Gegenteil dessen, was gerade ist; und stets ist die Sehnsucht von dem sehnsüchtigen Wunsch begleitet, dass das, wonach sich der Mensch sehnt, alsbald in Erfüllung gehen möge.
Ein paar Beispiele: "Die Menschen sehnen sich nach dem Frühling." Was heißt das? Sie wünschen sich, dass es endlich wieder warm und hell ist. Endlich wieder. Die Veränderung, die herbeigesehnt wird, hat in diesem Beispiel mit Zeit zu tun. "Ich sehne mich nach dir. Kannst du nicht kommen?" Hier spielen Zeit und Raum eine Rolle: Die herbeigesehnte Person ist an einem anderen Ort.
Objekte der Sehnsucht
Die Sehnsucht nach Frieden, wo Krieg war oder noch ist. Die Sehnsucht nach Ruhe und Erholung, wenn Lärm und Last des Alltäglichen zu sehr an uns nagen. Wonach auch immer wir uns sehnen oder Sehnsucht haben, stets bedeutet das "Sich-nach-etwas-Sehnen" das Verlangen nach einem anderen Zustand.
Wer sich nach seiner Heimat sehnt, ist nicht zu Hause, ist weit weg, in der Fremde. Wer sich nach Liebe und Geborgenheit sehnt, ist allein – und kann dennoch unter Menschen sein. Der Gefangene sehnt sich nach Freiheit, der Frierende nach Wärme, der Dürstende nach Wasser, und wer vom Urlaub träumt, der sehnt sich meist nach den Bergen oder nach dem Meer.
Unvermeidlich: die Liebe
Die Sehnsucht nach Liebe aber, die Sehnsucht nach dem Geliebten oder der Geliebten; diese Sehnsucht ist wohl die stärkste und tiefste aller Sehnsüchte. Was treibt die Menschen mehr um als dieses Verlangen, diese unbezähmbare Sehnsucht nach dem geliebten Menschen. "In meiner Nächte Sehnen / So tief allein / Mit tausend, tausend Tränen / Gedenk' ich dein", heißt es in einem Gedicht von Georg Friedrich Daumer. Johannes Brahms hat es vertont.
Liebe und Sehnsucht sind in der Musik, der Poesie, den darstellenden Künsten und der Prosaliteratur allgegenwärtig – ein zeitloses Thema in allen Sprachen und Kulturen. "Es geht ein Sehnen durch die Welt", heißt es in einem Gedicht von Hugo C. Jüngst gleichsam stellvertretend. In diesem Gedicht geht es um die Sehnsucht nach dem Land des Friedens, dem Sehnsuchtsland. Menschen vergehen vor Sehnsucht, sie verzehren sich vor Sehnsucht, können sich dieses Verlangens und Begehrens nicht entziehen. "Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß, was ich leide", heißt es bei Goethe in Mignons Lied.
Sehnsüchtige und sehnsuchtsvolle Augen
Mit diesem Zitat verabschieden wir uns leise von der Sehnsucht in der Poesie und wenden uns wieder ihrer Wortgestalt zu. Die "Sehnsucht" und das "Sehnen" sind beide Verbalsubstantive; also in unserem Fall vom Grundwort "sehnen" abgeleitet. Außer diesen gibt es aber auch Adjektive mit demselben Wortstamm. Das alte "sehnlich", heute überwiegend in adverbialem Gebrauch – er wünschte sehnlichst sie zu sehen – daneben "sehnsüchtig" und "sehnsuchtsvoll".
Der Unterschied zwischen den beiden letztgenannten besteht in einer Nuance. "Das Mädchen hat große sehnsüchtige Augen". Das bedeutet, die Augen wirken oder sind immer sehnsüchtig. Das Adjektiv als eindeutiges Charakteristikum des Bezugswortes. In dem Satz: "Mit sehnsuchtsvollen Augen blickte das Mädchen aufs Meer hinaus", bezeichnet das Adjektiv einen intensiven Zustand, der nicht unbedingt von Dauer sein muss – aber das sind Feinheiten, wenn nicht gar Spitzfindigkeiten.
Sehnsucht nach Sehnen?
Diejenigen unter Ihnen, die schon die ganze Zeit auf die "Sehne" gewartet haben, müssen wir leider enttäuschen. Die wäre in einem Extra-Stichwort zu behandeln. Belassen wir es für heute beim "Sehnen". Jenem Gefühl, das uns zu etwas anderem hinzieht, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Es mag sich noch etwas hinziehen, aber der Frühling wird kommen und unsere Sehnsucht stillen.
Fragen zum Text:
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Menschen vor Sehnsucht …?
1. vergehen
2. verlaufen
3. verstehen
Welches Wort gibt es nicht?
1. sehnlich
2. sehnbar
3. sehnsüchtig
Geht das, wonach sich jemand sehnt, in Erfüllung, so …?
1. wird die Sehnsucht gestillt
2. ist er/sie sehnsuchtsvoll
3. ist die Sehnsucht unbezähmbar
Arbeitsauftrag:Als Sehnsuchtsland wird zuweilen ein Ort bezeichnet, an dem bestimmte Hoffnungen oder Wünsche Realität werden. Beschreiben Sie Ihr Sehnsuchtsland – egal, ob es sich dabei um einen utopischen Ort oder um ein tatsächlich existierendes Land handelt.

Published: 10 months ago
Duration: 04:37
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Wachstum, Leben, Hoffnung, freie Fahrt – die meisten Menschen verbinden Positives mit der Farbe Grün, besonders im beginnenden Frühjahr. Nur grün hinter den Ohren oder gar grün vor Neid möchte man dann doch nicht sein.Der Donnerstag vor Ostern ist in den christlichen Ländern ein besonderer. In Deutschland heißt er Gründonnerstag. Es ist der Tag vor dem Kreuzestod Christi und gilt auch als Tag der Einsetzung des Abendmahls. Weshalb er allerdings Gründonnerstag heißt, weiß niemand genau. Das Stichwort diese Woche heißt Grün. Und darüber lässt sich im Gegensatz zu Gründonnerstag einiges und sprachgeschichtlich Gesichertes sagen.
Frisch voran
Grün passt gut in die Jahreszeit – das frische, zarte Grün an Bäumen, Büschen und Sträuchern verheißt helle, warme Tage, Tage des Wachstums, der Frische und wenigstens symbolisch des Aufbruchs, des Optimismus. In der Tat war die ursprüngliche Bedeutung von Grün "wachsend, "sprossend". Beides. "Wachsen" und "sprießen" heißt, dass da etwas im Werden ist, etwas Neues und Positives.
Grün ist keineswegs nur die Bezeichnung für eine Farbe. Grün heißt "frisch" und "unverbraucht" im Gegensatz zum Verwelkten und Vertrockneten. Machen wir die Probe aufs Exempel. Welche Farbe haben wohl frische Kräuter? Eben. Wer jemals morgens barfuß über eine mit Tautropfen übersäte Wiese gegangen ist, kann Grün sogar spüren.
Allerlei Grünzeug
Bevor wir uns aber in lauter Vorfreude auf die bald grüne Natur verlieren, bleiben wir noch ein Weilchen in der Stube und lernen was über Grün. Man kann es groß und klein schreiben. Bei Kleinschreibung ist es ein Farbadjektiv, das wie alle Adjektive unzähligen Substantiven vorangestellt werden kann – zum Beispiel dem Wort Hering.
Ein grüner Hering kommt selten allein; deshalb spricht man im Allgemeinen von grünen Heringen. Diese sind noch nicht gesalzen, nicht mariniert. Sie sind jung und frisch. Wie es die grünen Blattsalate auch sein sollten. Da wir gerade bei Lebensmitteln sind: Die berühmte Frankfurter Grüne Soße wird selbstverständlich nur mit ganz frischen Kräutern hergestellt. Auch das Suppengrün, das allerdings auch aus Sellerie – weiß – und Möhren – karottenrot – besteht, sollte knackig frisch sein.Von Grünschnäbeln und Greenhorns
Aber wir sind nicht in einem Kochkurs und wenden uns vom grünen Hering ab und dem grünen Jungen zu. Dieser ist ebenso wenig grün wie der Hering, aber in gewisser Weise ebenfalls frisch. Im Sinne von unerfahrenen Menschen beiderlei Geschlechts kann man auch "junges Gemüse" sagen, wobei sich die Unerfahrenheit meist auf Berufliches oder schlicht mangelnde Lebenserfahrung bezieht. Besonders wenn man sich über sie ärgert, werden die jungen Leute auch gerne Grünschnäbel genannt.
Die positive Grundbedeutung von Grün bleibt in solchen Ausdrücken dennoch erhalten. Man mokiert sich halt ein bisschen. Nicht mehr und nicht weniger. Beispiel: Das englisch/amerikanische Greenhorn. Als Greenhorns wurden zur Zeit der Besiedelung des amerikanischen Kontinents die neuen Einwanderer bezeichnet. Später wurde Greenhorn zum Synonym für jeden unerfahrenen Menschen.
Freie Fahrt für freie Bürger?
Das ist gewissermaßen dasselbe in Grün. Übrigens: Grün wird in diesem Fall groß geschrieben. Diese Redensart ist wahrscheinlich von der Gleichheit zweier Kleidungsstücke, die sich nur durch die Farbe unterscheiden, hergeleitet. Aber das sind Spekulationen. Damit kommt man auf keinen grünen Zweig.
Mit der Wendung grünes Licht für eine Sache geben haben wir allerdings keinen Erklärungsnotstand: Das ist wie bei der Verkehrsampel. Grünes Licht bedeutet freie Fahrt, die sogar über mehrere Kreuzungen führen kann, wenn die Ampeln auf grüne Welle geschaltet sind. Und jetzt, wenn wir schon vom Autoverkehr reden, muss ein Wort zur grünen Minna gesagt werden. Das ist das Gefängnisauto. Tatsächlich sehr oft in grüner Farbe gestrichen, aber Grün bedeutet im Rotwelsch "unangenehm", "nicht geheuer".
Rotes Herz auf grüner Seite
Aus dieser Sprachecke mag Grün seine negative Bedeutung bekommen haben. Die Umkehrung der positiven Bedeutung von Grün findet sich auch in jemandem nicht grün sein. Da ist man schon ein wenig misstrauisch. Besser Abstand halten. Ganz im Gegensatz zu "Komm an meine grüne Seite". Die ist da, wo das Herz schlägt. Wobei es in solchen Fällen völlig egal ist, ob rechts oder links. Hauptsache, das Mädchen nimmt Platz.
Fragen zum Text:
Was ist keine Bezeichnung für junge Leute?
1. junges Gemüse
2. Grünschnäbel
3. grüne Zweige
Wer grünes Licht für eine Sache bekommt, der …?
1. erhält eine Erlaubnis
2. wird verwarnt
3. sollte zum Arzt gehen
Was ist eine grüne Minna?
1. eine umweltbewusste Hausfrau
2. ein frischer Fisch
3. ein Gefängnisauto
Arbeitsauftrag:
Finden Sie heraus, wie Frankfurter Grüne Soße zubereitet wird und schreiben Sie dazu ein Kochrezept.